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Sara-Ósk frá Stóra-Hófi

Geb.1982 in Island

 

V: Sörli frá Saudarkróki

M: Gydja frá Seljabrekku

 

Ich lernte Sara im Jahre 1999 kennen. Sie war scheu, sehr isländisch und vom Einfangen oder mehr als notwendigem Anfassen hielt sie nichts. Sie war zu dieser Zeit im Besitz von Familie Schlüter, wurde mir  jedoch bald geschenkt, denn der Umgang mit ihr war mühsam und auch die Nachkommen konnten ihre damaligen Besitzer nicht überzeugen.

Nach diversen gescheiterten Annäherungsversuchen, beschloss ich Sara noch mal decken zu lassen. Kongur frá Wetsinghe war der Auserwählte und es sollte sich auch als eine gute Wahl herausstellen. Und so folgten einige Fohlen im Laufe der nächsten Jahre.

Das erste Fohlen war ein Hengst, später Wallach, hübsch, mit viel Behang, fließenden Gängen. Er fand seine neuen Besitzer bereits dreijährig. Zum Anreiten kam er Jahre später wieder und noch heute sind die Eigentümer begeistert von ihm.

Es sollten weitere fünf Nachkommen folgen. Alle waren sie vom Pferdestammbuch prämiert. Es waren ausgesprochen wache Fohlen mit viel lockerem Gangpotential und sehr Leichtfüßig.
 

Alle wurden sie noch ungeritten an glückliche Besitzer verkauft. Der letzte in der Reihe „Spertur von Jóreykur“ sollte immer mein neues Passpferd werden. Er hat am meisten von seiner Mama mitbekommen, vor allem das scheue Wesen. Mittlerweile ist Spertur 4 Jahre alt und absolviert gerade die Einreitschule. Seitdem ist er sehr brav, sogar eher anhänglich und verfügt über fließenden Tölt, bei immer guter Aufrichtung.


Nun aber wieder zu Sara. Leider habe ich nach dem sechsten Fohlen den Fehler gemacht, sie nicht zu Kongur sondern zu einem anderen Hengst zu stellen. Sie war wohl sehr traurig, denn Sie müssen wissen, dass Kongur und Sara ein Herz und eine Seele waren. Sie standen fast das ganze Jahr über zusammen (das war mein Einfang-Trick! Kongur kommt immer und da sie Angst hatte er verlässt sie, kam sie lieber auch). Leider wurde sie nicht tragend und im darauf folgenden Jahr auch nicht. Im dritten Jahr als ich ihr wieder Kongur anbot, hat sie zwar wieder aufgenommen, aber das Fohlen im Winter wieder verloren. Traurig, aber einer Stute, die mir so viele schöne Fohlen geschenkt hat, kann ich nicht böse sein.

Es stellte sich jedoch die Frage:„ Was tun mit Sara? Wieder raus auf die Koppel, damit sie wieder auswildert und die restliche Zeit „abfrisst“? Reiten?“ Wo ich doch gehört habe, dass  selbst namentliche Reiter, weder in Island noch in Deutschland, es geschafft haben sie einzureiten. Mit einem soll Sara sogar bis in die Ostsee gelaufen sein. Sie stand also erst mal. Bis zum Winter 2007, als ich meiner Praktikantin sagte, sie solle sie nun einreiten.

Reiten? Kein Problem. Sara ist fein im Maul, eher gemütlich und sehr gelehrig. Fast schon freudig brummt sie allen zu, die nun auf den Paddock kommen und sie mitnehmen wollen. Selbst bei den kleinsten Kindern streckt sie ihre Nase freudig ins Halfter.
 

Sara hat nun wieder eine Aufgabe gefunden, die sie wohl ihr restliches Leben erfüllen lässt. Kinder ab 6 Jahren lernen auf ihr Reiten und erfreuen sich an ihren weichen Gängen, dem guten Tölt und ihrem liebenswerten Wesen.

Ich danke Sara für alles was für mich getan hat. Und wenn ich die Freude in ihren Augen sehe und die Freude der Kinder, die sie reiten dürfen, dann geht mir mein Herz auf.